GSB 7.1 Standardlösung

Demografische Effekte von Wanderungen auf Ebene der Bundesländer

Inhalt und Ziele

In diesem Projekt werden mittels ex-post-Modellrechnungen die demografischen Effekte von (Binnen- und Außen-)Wanderungen quantifiziert, die zusätzlich durch Wirkungen auf die Altersbestände (zum Beispiel potenzielle Kinder, die mit ihren Eltern zu- oder fortgezogen sind) sowie durch unterschiedliche Altersstrukturen von ansässiger und Wanderungsbevölkerung entstehen. Dies erfolgt für den Zeitraum von 1991 bis zum aktuell möglichen Zeitpunkt für alle Bundesländer differenziert nach Binnen-, Außen- und Gesamtwanderungen. Neben der Möglichkeit diese Effekte in absoluten und relativen Bevölkerungszahlen zu ermitteln, gelingt es, die durch die Wanderungen induzierte Alterungsbeschleunigung an Hand der resultierenden Änderungen des Medianalters im Zeitablauf zu messen.

Der Effekt durch die Binnenwanderungen der Jahre von 1991 bis 2006 ergibt, dass die Geburtenzahl für Ostdeutschland (ohne Berlin) ohne Binnenwanderungen um etwa 12 Prozent größer, in Westdeutschland (ohne Berlin) dagegen um gut ein Prozent kleiner gewesen wäre. Weiterhin hat der Effekt die Alterung in Ostdeutschland um bis ein Drittel (Frauen) beziehungsweise ein Viertel (Männer) verstärkt, daneben auch in Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein. Im übrigen Westdeutschland, vor allem in den Stadtstaaten, ist sie davon abgeschwächt worden.

Die Außenwanderungen wirken sich in allen Bundesländern im Effekt positiv auf den Bevölkerungsbestand und auf die Geburtenzahlen aus und mildern die Alterung mildert. So hat der durch die Außenwanderungen erzeugte Altersstruktureffekt die Alterung in Ostdeutschland um ein Elftel, in Westdeutschland um ein Siebtel abgeschwächt.

Außerdem wird im Rahmen dieses Projektes die neue demografische Ziffer „Total Migration Effect Rate“ (TMER) entwickelt. Mit dieser lässt sich der zusätzliche demografische Effekt von Wanderungen bestimmen, die immer dann entstehen, wenn sich die ansässige und die Wanderungsbevölkerung in ihrer Alterszusammensetzung und ihrem demographischen Verhalten unterscheiden. Vereinfacht gesagt drückt diese Ziffer aus, wie viel Prozent der Differenz in den Bestandszahlen zwischen zwei Zeitpunkten allein auf das Konto dieser altersstrukturellen Unterschiede zwischen ansässiger und Wanderungsbevölkerung gehen. So zeigt sich unter anderem, dass sich die Binnenabwanderung vornehmlich Jüngerer aus den ostdeutschen Bundesländern von 1991 bis 2006 zusätzlich auch altersstrukturell auf den Bevölkerungsbestand des Jahres 2006 auswirkt. Der Altersstruktureffekt ist in den drei Stadtstaaten, in Bayern und Hessen positiv, diese Länder haben also altersstrukturell (im Bevölkerungsbestand) von der Binnenwanderung profitiert. Negativ ist er in Ostdeutschland, aber auch in den übrigen westdeutschen Ländern. Der Bevölkerungsbestand von Sachsen im Jahr 2006 wäre beispielsweise ohne den Altersstruktureffekt der Binnenwanderungen um +1,8 Prozent größer, wobei dieser Effekt hauptsächlich auf die, mit den jüngeren Frauen abgewanderten, und somit reduzierten Geburtenzahlen zurückzuführen ist. Der Altersstruktureffekt der Außenwanderungen ist in Ostdeutschland, Niedersachsen und dem Saarland auf den Bevölkerungsbestand negativ, also zusätzlich alternd und schrumpfend, die übrigen Länder haben altersstrukturell von der Außenwanderung profitiert.

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