GSB 7.1 Standardlösung

Transnationale Bildungsmigration

Inhalt und Ziele

Schüler, Auszubildende und Studierende stellen heute einen wesentlichen Anteil der Migration zwischen hochentwickelten Staaten dar. Politisch und wissenschaftlich wird diese Entwicklung der wachsenden Mobilität der jungen und oftmals hochqualifizierten Bevölkerung äußerst ambivalent bewertet: Auf der einen Seite finden sich kritische Stimmen, die in der internationalen Migration dieser Bevölkerungsgruppen einen Verlust an Humankapital erkennen. Auf der anderen Seite haben sich Auslandsaufenthalte im Kontext von Globalisierung und Transnationalisierung zu einem wichtigen Kriterium für die Vergabe von Positionen auf dem Arbeitsmarkt entwickelt.

Die individuellen Konsequenzen dieser neuen Form der Migration wurden bisher für einzelne Berufsgruppen analysiert, belastbare wissenschaftliche Analysen zur Frage, wie sich ein Auslandsaufenthalt zum Zwecke der Ausbildung auf den gesamten weiteren Lebensverlauf auswirkt, liegen bislang jedoch nicht vor. Es ist anzunehmen, dass sich die Migrationserfahrungen in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter nicht nur auf den Erwerbsverlauf sondern auch auf andere Lebensbereiche wie beispielsweise Freundes- und Familiennetzwerke, Partnerwahl und Partnerschaft, das spätere Mobilitätsverhalten oder politische Einstellungen auswirken. Neben den individuellen spielen auch die gesellschaftlichen Konsequenzen der Bildungsmobilität eine Rolle. So stellt sich die Frage, ob sich Bildungsmigration zu einer neuen Dimension sozialer Ungleichheit entwickelt, indem diese Personen auf Ressourcen zurückgreifen können, die anderen nicht zur Verfügung stehen.

Projektpartner

Prof. Dr. Wolfgang Lauterbach, Professur Sozialwissenschaftliche Bildungsforschung, Universität Potsdam

Publikationen

Waibel, Stine; Rüger, Heiko; Ette, Andreas; Sauer, Lenore (2017):

Educational Research Review 20: 81–98.

Lauterbach, Wolfgang; Ette, Andreas; Waibel, Stine (2017):

In: Schlemmer, Elisabeth; Lange, Andreas; Kuld, Lothar (Hrsg.): Handbuch Jugend im demografischen Wandel. Weinheim: Beltz: 188–208 .

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