GSB 7.1 Standardlösung

German Emigration and Remigration Panel Study (GERPS)

Das Projekt wird in enger Kooperation zwischen der Universität Duisburg-Essen und dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung durchgeführt.

Inhalt und Ziele

Internationale Migration hat sich in den wissensbasierten westlichen Industriegesellschaften zu einer wesentlichen Bedingung ökonomischen Wachstums entwickelt und gewinnt auch auf individueller Ebene zunehmende Bedeutung für die Verteilung sozialer Positionen und Lebenschancen. Ziel des Forschungsprojektes ist es, am Beispiel der Auswanderung aus Deutschland und der Rückwanderung nach Deutschland die individuellen Konsequenzen internationaler Migration für den weiteren Lebensverlauf zu untersuchen. Begünstigen temporäre oder auch längerfristige Auslandsaufenthalte tatsächlich ein beruflich erfolgreiches Leben? Steht räumliche Immobilität im Zusammenhang mit geringeren Lebenschancen und sozialer Exklusion?

Das Projekt untersucht die Konsequenzen internationaler Migration in Anlehnung an klassische Differenzierungen der Sozialstrukturanalyse und der Ungleichheitsforschung entlang von vier Dimensionen des Lebensverlaufs: Erwerbstätigkeit und Einkommen, Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit, Partnerschaft und Familie, sowie soziale Beziehungen und gesellschaftliche Partizipation. Während sich die Migrationsforschung traditionell auf die Untersuchung der Integration von Zuwanderern in die Aufnahmegesellschaft konzentriert hat, werden die Konsequenzen der Mobilität in der German Emigration and Remigration Panel Study insbesondere durch einen Vergleich mit der nicht-mobilen Bevölkerung der Herkunftsgesellschaft sowie als Ergebnisse individueller Lebensverläufe untersucht.

Daten und Methoden

Das Projekt wurde methodisch intensiv durch eine in den Jahren 2013 bis 2015 durchgeführte Machbarkeitsstudie im Rahmen des Projekts „Motive von Auswanderern aus Deutschland“ vorbereitet. GERPS soll erstmals eine empirische Basis zur Untersuchung der Konsequenzen internationaler Migration auf den Lebensverlauf zur Verfügung stellen. Sie basiert auf der Befragung von Aus- und Rückwanderern mit deutscher Staatsangehörigkeit im Alter zwischen 20 und 70 Jahren, die in den zwölf Monaten vor der Befragung international migriert sind. Die erste Befragungswelle ist für Ende 2018 geplant. Das Analysepotential wird unter anderem durch die Vergleichbarkeit mit den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) als Datenbasis für die nicht-mobile Bevölkerung zusätzlich erhöht.

Die Auswanderung aus Deutschland und die Rückwanderung nach Deutschland sind Ereignisse, die weitreichende Konsequenzen für die unterschiedlichen Dimensionen des Lebensverlaufs haben. Sie führen zu zahlreichen Veränderungs- und Anpassungsprozessen im neuen Lebenskontext der international mobilen Personen. Die Untersuchung dieser individuellen Konsequenzen verlangt nach einem längsschnittlichen Forschungsdesign, da nur auf dieser Grundlage eindeutige kausale Reihenfolgen und Wirkungsrichtungen zwischen verschiedenen Variablen identifiziert werden können. Auch wird es nur durch die mehrfache Messung zentraler Zielgrößen in einem vergleichsweise kurzen Zeitabstand gelingen, die Dynamik internationaler Migrationsprozesse und ihre Konsequenzen zu verstehen und zu erklären. Daher sind bis 2021 zunächst vier Befragungswellen geplant.

Die im Rahmen von GERPS generierten Daten werden umfangreich dokumentiert und zeitnah nach der jeweiligen Datenerhebung anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Rahmen von Scientific-Use-Files für eigene Analysen zur Verfügung gestellt.

Laufzeit

seit 2018

Projektpartner

Projektteam an der Universität Duisburg-Essen:

  • Prof. Dr. Marcel Erlinghagen
  • Dr. Jean Philippe Pierre Décieux

Die langfristige Kontinuität sowie die inhaltliche Weiterentwicklung des Projektes werden durch einen vier Personen umfassenden Wissenschaftlichen Beirat unterstützt:

  • Prof. Dr. Claudia Diehl, Universität Konstanz
  • Prof. Dr. Bernhard Nauck, Universität Chemnitz
  • Dr. Cornelia Schu, Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, Berlin
  • Prof. Dr. Gert G. Wagner, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung und TU Berlin

Finanzierung

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter der Projektnummer 345626236 gefördert.

Publikationen

Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration; Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung; Lehrstuhl für Empirische Sozialstrukturanalyse an der Universität Duisburg-Essen (Hrsg.) (2015):

Studie des SVR-Forschungsbereichs 2015-1. Berlin.

Ette, Andreas; Sauer, Lenore; Scheller, Friedrich; Bekalarczyk, Dawid; Erlinghagen, Marcel; Engler, Marcus; Schneider, Jan; Schultz, Caroline (2015):

BiB Daten- und Methodenberichte 1/2015. Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

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