GSB 7.1 Standardlösung

Lebensqualität von Auslandsentsandten in Megacities

Inhalt und Ziele

Bereits heute lebt über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Laut Prognose der UN sollen es im Jahr 2030 bereits drei Fünftel sein. Ein Aspekt der zunehmenden Urbanisierung ist die Zunahme sogenannter Megacities mit mehr als 10 Millionen Einwohnern, vor allem in Afrika und Asien. Gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch keine dieser Megastädte, ist deren Anzahl nach UN-Angaben mittlerweile auf über 30 angestiegen – bei einer erwarteten weiteren rapiden Zunahme. Gleichzeitig ist die internationale Entsendungsmobilität in den vergangen Jahrzehnten im Zuge einer zunehmenden globalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vernetzung beständig wichtiger geworden. Mit dem beschriebenen Trend steigt die Wahrscheinlichkeit für Auslandsentsandte, in einer Megacity zu leben. Die Lebensbedingungen in Megacities unterscheiden sich aufgrund von hoher Wohndichte, geringen Grün- und Naherholungsflächen, Luftverschmutzung, überlasteter Infrastruktur, Lärm und Kriminalität tendenziell von denen in anderen (Groß-)Städten. Inwieweit dies die Lebensqualität und die Arbeitszufriedenheit speziell von Auslandsentsandten beeinflusst, ist wissenschaftlich bislang kaum untersucht.

Die vorliegende Studie in Kooperation mit dem Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts untersucht daher, inwieweit das Arbeiten in Megacities die subjektive Lebensqualität, das Stresserleben und die Arbeitszufriedenheit der entsandten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts beeinflusst. Neben Risikofaktoren sollen protektive Faktoren identifiziert werden, welche die Widerstandsfähigkeit erhöhen und die Anpassung erleichtern können. Die Erkenntnisse versprechen für das Auswärtige Amt sowie andere Entsendeorganisationen wertvolle Hinweise hinsichtlich der Entwicklung geeigneter Präventionsmaßnahmen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Daten und Methoden

Durchgeführt werden soll eine einmalige online-gestützte Fragebogenuntersuchung an Beschäftigten des Auswärtigen Dienstes auf Auslandsposten. Die Stichprobe soll eine repräsentative Auswahl an Beschäftigten nach Laufbahn, Altersgruppe, Geschlecht sowie familiärem Status darstellen. Fragen zu möglichen Risiken (zum Beispiel täglicher Arbeitsweg) und protektiven Faktoren (zum Beispiel mobilitätsspezifische Selbstwirksamkeit) sollen per Selbsteinschätzung erfasst werden. Neben der Erhebung der subjektiven Einschätzung von Umgebungsfaktoren der Lebensqualität sollen objektive Kriterien auf Basis der relevanten Mercer-Kriterien (unter anderem Klima, Infrastruktur, lokale soziale und politische Verhältnisse) analysiert werden.

Laufzeit

2018–2021

Projektpartner

Auswärtiges Amt, Berlin

Ausgewählte Publikationen

Waibel, Stine; Aevermann, Tim; Rüger, Heiko (2018):

Journal of Global Mobility: The Home of Expatriate Mangement Research 6(2): 158–177.

Wiernik, Brenton M.; Rüger, Heiko; Ones, Deniz S. (Hrsg.) (2018):

Beiträge zur Bevölkerungswissenschaft 50. Opladen, Berlin, Toronto: Barbara Budrich.

Fliege, Herbert; Waibel, Stine; Rüger, Heiko; Hillmann, Julika; Ruppenthal, Silvia; Schneider, Norbert F.; Bellinger, Maria M. (2016):

International Journal of Intercultural Relations 51: 14–28.

Weitere Publikationen

Rüger, Heiko; Ruppenthal, Silvia; Fliege, Herbert; Hillmann, Julika; Kaukal, Malte; Bellinger, Maria M.; Schneider, Norbert F. (2013):

Beiträge zur Bevölkerungswissenschaft 44. Würzburg: Ergon.

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK