GSB 7.1 Standardlösung

Kulturelle Diversität und Chancengleichheit in der Bundesverwaltung

Inhalt und Ziele

Die öffentliche Verwaltung in Deutschland befindet sich in kontinuierlichen Veränderungsprozessen. Neben der Einführung neuer Steuerungsmodelle, der Privatisierung öffentlicher Aufgaben sowie der zunehmenden Europäisierung des Verwaltungshandelns verlangen auch der demografische und soziale Wandel mittlerweile weitreichende Anpassungsprozesse der öffentlichen Arbeitgeber. Neben solch funktionalen Begründungen für eine veränderte öffentliche Personalpolitik mit dem Ziel neue Potenziale zur Fachkräftegewinnung zu erschließen, hat die interkulturelle Öffnung der Verwaltung auch das Potenzial, die Legitimation des Handelns öffentlicher Verwaltungen durch die Repräsentation aller Bevölkerungsgruppen zu erhöhen sowie zu einer angemesseneren Ausübung ihrer Aufgaben in einer zunehmend heterogeneren Gesellschaft beizutragen.

Empirische Studien zur kulturellen Diversität in der öffentlichen Verwaltung und den Auswirkungen des Diversitätsmanagements sind in Deutschland nach wie vor äußerst selten. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes, erstmals umfassende Informationen über die kulturelle Diversität in der Bundesverwaltung in Deutschland zu erfassen. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung der Repräsentation von Beschäftigten mit Migrationshintergrund hinsichtlich der individuellen Erwerbssituation sowie der individuellen Einstellungen der Beschäftigten gegenüber der Organisationskultur und dem Diversitätsmanagement ihrer jeweiligen Organisation. Die Ergebnisse sollen eine wichtige Grundlage darstellen, um Handlungsoptionen zur Erreichung des Ziels der Erhöhung des Anteils von Menschen mit Migrationshintergrund in der öffentlichen Verwaltung und eines produktiven Umgangs mit kultureller Diversität entwickeln zu können.

Daten und Methoden

Das Projekt untersucht die kulturelle Diversität auf Basis einer quantitativen Befragung der Beschäftigten der Bundesverwaltung. Diese Datenerhebung ist aufgrund der in Deutschland äußerst begrenzten empirischen Datengrundlagen zur Untersuchung des Personals in der öffentlichen Verwaltung notwendig. Während in vielen OECD-Staaten zentrale und oftmals regelmäßige Befragungen des Personals in den öffentlichen Verwaltungen durchgeführt werden, liegen vergleichbare Datensätze für Deutschland bisher nicht vor. Aufbauend auf ersten Erhebungen zur Repräsentation von Beschäftigten mit Migrationshintergrund in der öffentlichen Verwaltung einzelner Bundesländer und des Bundes ist eine Online-Befragung von Beschäftigten in Behörden des Kernhaushalts der Bundesverwaltung geplant. Das Erhebungsinstrument wird neben Fragen zur sozioökonomischen Situation der interviewten Personen insbesondere Angaben zur bisherigen und früheren Berufssituation, Angaben zur Organisation sowie auch zur Wahrnehmung der Chancengleichheit in der Organisation erfassen.

Laufzeit

seit 2018

Projektpartner

Die inhaltliche Weiterentwicklung des Projektes wird durch einen Wissenschaftlichen Beirat unterstützt.

Finanzierung

Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration finanziell gefördert und gemeinsam durchgeführt.

Publikationen

Ette, Andreas; Stedtfeld, Susanne; Sulak, Harun; Brückner, Gunter (2016):

BiB Working Paper 1/2016. Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK