GSB 7.1 Standardlösung

Sonstige PublikationenKleinräumliche Fertilitätsdifferenzierungen in Berlin und ihre Ursachen

Dorbritz, Jürgen; Ehlert, Jörn; Dreschmitt, Kai (2017)

BiB Working Paper 1/2017. Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

Die Studie wurde mit dem Ziel durchgeführt, auf kleinräumlicher Basis Fertilitätsdifferenzierung in Berlin aufzufinden und zu erklären. Die Daten wurden vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg für 60 Berliner Prognoseregionen zur Verfügung gestellt.

Es existieren starke Differenzierungen zwischen der zusammengefassten Geburtenziffer, der Nichtehelichenquote, dem Gebäralter und den altersspezifischen Verteilungen der Geburtenziffern. Das Zusammenspiel dieser Indikatoren führt zu einer ganzen Reihe spezifischer Fertilitätsmuster. Diese differenzieren sich weiter aus, wenn nach ehelicher und nichtehelicher Fertilität von Deutschen und Ausländern unterschieden wird. Für die zusammengefasste Geburtenziffer gilt, dass in den zentrumsnahen Prognoseregionen ein niedrigeres Geburtenniveau besteht. Das durchschnittliche Gebäralter ist im Zentrum und in den besseren Wohnlagen im Südwesten Berlins besonders hoch.

Hinsichtlich der Nichtehelichenquote sind die traditionellen West-Ost-Unterschiede erhalten geblieben mit hohen Werten in den ehemals Ostberliner Regionen. Im Zusammenspiel der drei Fertilitätsindikatoren wurden folgende Situationen aufgefunden: Hinsichtlich der Geburtenziffer und dem Gebäralter zeigt sich, dass sich die Fertilität mit steigendem Gebäralter verringert. Es gibt aber auch Regionen (Frohnau-Hermsdorf), in denen eine sehr hohe Fertilität mit der späten Geburt der Kinder verknüpft ist. In der Differenzierung von ehelicher und nichtehelicher Fertilität zeigt sich, dass eine hohe eheliche Fertilität von einer niedrigeren nichtehelichen Fertilität und umgekehrt begleitet wird. Bei Einbeziehen der altersspezifischen Dimension wurden sechs spezifische Altersmuster aufgefunden. So findet sich beispielsweise in der Region Wedding das aktuell dominierende Muster mit niedriger Fertilität im jüngeren Alter und einem Fertilitätsgipfel nach dem 30. Lebensjahr.

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